2./3. Februar 2012,
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung
Hörsaalgebäude A14–1-111
Die Arbeitstagung der KEG bietet die Möglichkeit, inhaltliche und hochschulpolitisch
brisante Entwicklungen in den Gender Studies mit Fachkolleg_innen zu erörtern.
Anhaltendes Grundanliegen der KEG ist der qualifizierte Erfahrungsaustausch
zwischen den institutionalisierten Einrichtungen im deutschsprachigen Raum.
Er soll zur diagnostischen Sicht auf Trends und Fallen der Hochschulentwicklung
verhelfen und dazu beitragen, Formen und Strategien der Institutionalisierung
zu reflektieren und weiter zu entwickeln.
Donnerstag, 02.02.2012
14.00 – 14.15
Begrüßung
Birgitta Wrede (Bielefeld), Elisabeth Grabner-Niel (Innsbruck)
14.15 – 17.00 Session I
Workshop 1: Gender Studies in der Forschungsförderung
Waltraud Ernst (Linz), Brigitte Schnegg (Bern), Marianne Schmidbaur (Frankfurt
a.M.), Nadine Heller-Genath (EU Büro, BMBF)
17.00 – 17.30 Kaffeepause
17.30 – 19.00 Session II
Workshop 2: Gender & Diversity
Katharina Pühl (Berlin), Katharina Schiederig (Berlin), Maren Jochimsen
(Duisburg-Essen)
Workshop 3: Gender-Absolvent_innen
Marianne Kriszio (HU Berlin), Ilona Pache (HU Berlin)
19.00 Abendessen
Freitag, 03.02.2012
09.00 – 10.30 Session III
Workshop 4: Gender-Studiengänge
Ilona Pache (Berlin), Helga Hauenschild (Göttingen), Marion Mangelsdorf
(Freiburg)
10.30 – 11.00 Kaffeepause
11.00 – 11:30
Plenum
Birgitta Wrede (Bielefeld), Elisabeth Grabner-Niel (Innsbruck)
11.30 – 12.30
Gemeinsamer Lunchtalk mit der Fachgesellschaft
Für Ad-hoc-Gruppen und weiteren Diskussionsbedarf ist Raum vorhanden.
Die Workshops
Workshop 1: Gender Studies in der Forschungsförderung
Drittmittel zu akquirieren, wird für Gender Studies immer wichtiger.
Kriterien innovativer Forschung zufolge, verfügen Gender Studies über
hervorragende Voraussetzungen: Sie sind inter- und transdisziplinär und
greifen gesellschaftlich relevante Fragestellungen auf. Sie sind international
orientiert und verknüpfen Grundlagenforschung mit Anwendungsorientierung.
Sie sind heterogen und stützen sich sowohl auf öffentliches wie
auch auf privates Wissen.
In den letzten Jahrzehnten sind Gender Studies in einigen Bereichen sehr erfolgreich gewesen und öffentlich sichtbar geworden. Gemessen an ihrem Potenzial und an der Vielfalt von Forschungsideen und -anträgen klafft jedoch eine Lücke zwischen der Selbsteinschätzung und der Fremdeinschätzung durch etablierte Förderinstitutionen. Gender Studies stehen unter doppeltem Rechtfertigungsdruck: Sie haben sowohl die Relevanz ihrer Forschung als auch (immer noch) ihre eigene Existenzberechtigung zu belegen. Dabei hat es den Anschein, als ob diese Problematik mit zunehmendem Erfolg, gemessen z.B. an der Institutionalisierung von Gender Studies Forschungseinrichtungen oder der Etablierung von Genderperspektiven in allen wissenschaftlichen Disziplinen eher zu- als abnimmt.
In diesem Workshop soll es um einen Informations- und Erfahrungsaustausch gehen und um die Frage, wie sich Einrichtungen und Zentren der Frauen- und Geschlechterstudien im deutschsprachigen Raum zu Fragen der Forschungsförderung besser vernetzen und unterstützen können. Inputs durch:
Nadine Heller-Genath (EU Büro des BMBF, Bonn)
Quo vadis? Gender in der EU-Forschung
Marianne Schmidbaur (Universität Frankfurt, Cornelia Goethe Centrum)
Genderforschungsperspektiven in Deutschland
Waltraud Ernst (Universität Linz, Institut für Frauen- und Geschlechterforschung)
Genderforschungsperspektiven in Österreich
Andrea Maihofer (Universität Basel, zentrum gender studies) - angefragt
Genderforschungsperspektiven in der Schweiz
Anja Rozwandowicz (TU Berlin, Zentrum für Interdisziplinäre Frauen-
und Geschlechterforschung)
Einblicke in die Beantragung eines deutsch-österreichisch-schweizerischen
(‚D-A-CH‘) Verbundprojekts
Workshop 2: Gender & Diversity
Vorbereitung und Moderation
Katharina Pühl (FU Berlin, ZE zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung)
Katharina Schiederig (FU Berlin, Arbeitsstelle für Gender und Diversity
am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Maren Jochimsen (Universität Duisburg-Essen, Essener Kolleg für
Geschlechterforschung)
Die Beschäftigung mit den Effekten der unternehmerischen Hochschule wird dringend, da beispielsweise die Mittelvergabe zunehmend an die Bewertung von Leistungen gebunden wird, wobei die Instrumente zur Leistungsermittlung häufig ungeeignet sind, die Verdienste der Gender Studies abzubilden. Mit der zunehmenden Implementierung von Diversity-Konzepten in die Hochschulen erscheint es notwendig, diese Konzepte und deren Umsetzung kritisch zu reflektieren und nach Umsetzungsmöglichkeiten in die Organisations-strukturen zu fragen. Dies insbesondere angesichts des Umstands, dass im Zuge der Implementierung von Diversity-Konzepten – die zum überwiegenden Teil den Diversity-Management-Bereich als Ausgangspunkt haben – viele Genderforschungseinrichtungen vor die Frage gestellt werden, den übergreifenden Schwerpunkt Geschlechterforschung – in deren intersektioneller Perspektive der Umgang mit unterschiedlichen Ungleichheits-kategorien bereits kompetent verankert ist – um den Aspekt „Diversity“ zu erweitern.
Neben einem Informations- und Erfahrungsaustausch soll der Workshop Raum bieten, konkrete Herangehensweisen / Vorschläge zu diskutieren und Möglichkeiten einer gegenseitigen Unterstützung auszuloten.
Workshop 3: Gender-Absolvent_innen
Vorbereitung und Moderation
Marianne Kriszio (Humboldt-Universität Berlin, Zentrum für Transdisziplinäre
Geschlechterstudien)
Ilona Pache (Humboldt-Universität Berlin, Zentrum für Transdisziplinäre
Geschlechterstudien)
Wohin gehen die Absolvent_innen der Gender Studies? Mit dieser Frage beschäftigt sich dieser Workshop. Marianne Kriszio stellt zunächst zentrale Ergebnisse der 2011 an der Humboldt-Universität Berlin durchgeführten Studie zum Verbleib von Absolvent_innen der Gender Studies vor. Im Anschluss werden weitere Tendenzen, Chancen und Herausforderungen, die die professionellen Wege von Gender-Absolvent_innen kennzeichnen, zusammengetragen und diskutiert.
Workshop 4: Gender-Studiengänge
Vorbereitung und Moderation
Ilona Pache (Humboldt-Universität Berlin, Zentrum für Transdisziplinäre
Geschlechterstudien)
Helga Hauenschild (Universität Göttingen, Koordinationsstelle Geschlechterforschung)
Marion Mangelsdorf (Universität Freiburg,Abteilung Gender Studies )
Dieser Workshop bietet ein Forum zum Austausch über die Studiengänge, über die jeweiligen institutionellen und curricularen Entwicklungen sowie über hochschulpolitische Herausforderungen und andere Aufgaben, die die Verankerung und Durchführung von Gender Studies betreffen. Als kurze Inputs geplant sind: Medizin- und Technikwissenschaften im Curriculum der Gender Studies (Marion Mangelsdorf, Universität Freiburg) sowie das Problem der unterschiedlichen Herkunftsfächer bei Masterstudent_innen (Elisabeth Grabner-Niel, Universität Innsbruck).
Organisatorisches
Ansprechpartnerinnen
Die Sprecherinnen der KEG
Dr. Birgitta Wrede: birgitta.wrede@uni-bielefeld.de
Mag. Elisabeth Grabner-Niel: elisabeth.grabner-niel@uibk.ac.at
Prof. Dr. Brigitte Schnegg: brigitte.schnegg@izfg.unibe.ch
KEG im Internet http://www.genderkonferenz.eu
Anmeldung
bitte bis zum 15.01.2012 per mail an:
Interdisziplinäres Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung
(IFF), Universität Bielefeld
iff@uni-bielefeld.de
Betreff: KEG Tagung
unter Angabe von Namen und Institution