Die Gender Studies gehören zu den transdisziplinären
Forschungsgebieten, die seit den 1970er Jahren aus der kritischen Auseinandersetzung
mit blinden Flecken und Einseitigkeiten in der überkommenen Forschung
entstanden sind. Seitdem haben sie sich in vielen Ländern zu einer vitalen,
theoretisch und empirisch ertragreichen Wissenschaftsströmung entwickelt.
Im deutschsprachigen Raum fand insbesondere in den 1990er Jahren eine Bündelung
und Institutionalisierung dieser Forschungsrichtung in Form von Gender-Zentren,
Arbeitsgruppen, Studiengängen und –programmen statt. Die Möglichkeit
des Erfahrungsaustausches und der Vernetzung dieser Einrichtungen wurde erstmals
auf einer Arbeitstagung an der Humboldt-Universität zu Berlin gegeben,
die im Juli 2003 auf breite Resonanz traf.
Die weitere Stärkung des Netzwerkes war das Ziel der daraufhin jährlich
an verschiedenen Orten mit jeweils unterschiedlicher thematischer Schwerpunktsetzung
einberufenen Arbeitstagungen. Der Erfolg, aber auch die fortbestehende Notwendigkeit
dieser Bestrebung dokumentiert sich in der Gründung eines Dachverbandes,
der „Konferenz der Einrichtungen für Frauen- und Geschlechterstudien im deutschsprachigen Raum (KEG)“, die auf der Jahrestagung in Frankfurt a.M.
im Sommer 2006 ins Leben gerufen wurde.